Elmo Rietschle VWZ 702-1202 Benutzerhandbuch

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4. Arbeitsweise
4.1 Pumpe
Die Verdichtereinheiten der VWZ arbeiten nach dem Drehschieberprinzip und sind frischölgeschmiert. Ihre Förderrichtung ist von
oben nach unten. Deshalb fallen z.B. mitangesaugte Verunreinigungen oder Kondensate nach unten und können leicht abgeführt
werden.

4.2 Überströmventil
Zwischen der HD- und ND-Stufe befindet sich ein Überströmventil, das federbelastet ist. Dieses Überströmventil hat dabei
folgende Funktion: Beim Einschalten der Pumpe bei atmosphärischem Druck öffnet dieses Ventil auf Grund des entstehenden
Überdruckes zwischen ND- und HD-Stufe. Dieser Überdruck wird durch die höhere Saugleistung der ND-Stufe verursacht. Die
Gase strömen nun so lange direkt in den Auspuff, bis durch den abfallenden Ansaugdruck die Druckdifferenz zum Öffnen des
Überströmventils unterschritten ist. Bei gleicher Saugleistung der ND- und HD-Stufe werden die Gase zweistufig gegen
Atmosphäre verdichtet.

4.3 Ölschmierung
Die Lager der ND- und HD-Stufe, sowie die Zahnräder des Getriebes haben eine getrennte Öl-Kontaktschmierung mit jeweils
einem eigenen Ölbehälter.
Die Förderräume der Vakuumpumpe werden durch eine genau dosierte Verbrauchsschmierung mit Hilfe einer Öldosierpumpe
ständig mit Frischöl versorgt. Dieses Öl kann zusammen mit den von der Pumpe geförderten Medien über ein Abscheidesystem
ausgestoßen werden.

4.4 Abdichtung (Bild 9)
Die Rotorwelle (9 a) wird vom Innern der
Verdichterstufe (9 b) beidseitig mit Wellen-
dichtringen (9 c) abgedichtet. Zur Entla-
stung dient die anliegende Gleitring-
dichtung (9 d/9 e), die gemeinsam mit den
Wellendichtringen auf auswechselbaren
Laufbüchsen (9 f) sitzen. Antriebseitig
übernimmt ein Wellendichtring (9 h) die
Abdichtung zum Kupplungsraum (9 k). Die
Welldichtringe (9 m) verhindern das Aus-
treten von Getriebeöl aus dem Getriebe-
Raum (9 n) an der Getriebewelle (9 p).

5. Installation

5.1 Mechanische Installation
5.1.1 Aufstellung
(siehe Datenblätter D 134 + D 137)

Bei betriebswarmer Pumpe können, in Abhängigkeit der eingestellten Betriebstemperatur, die Oberflächentempe-
raturen (insbesondere das Kühlerwassergehäuse (Y

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)) über 70

o

C ansteigen, dort ist eine Berührung zu vermeiden.

Die VWZ-Vakuumpumpen arbeiten vibrationsfrei. Eine spezielle Bodenbefestigung ist nicht erforderlich. Beim Aufstellen ist darauf
zu achten, daß die Pumpe waagrecht installiert wird, und daß für Kontroll, Wartungs- und Reparaturarbeiten die Ölversorungseinheit,
die Verdichtereinheiten, das Überstromventil, der Meßwertgeber, der Motor und die Einheiten für das Kühlmedium leicht
zugänglich sind.
Kühlluft-Eintritt ist bei (E) und Kühlluft-Austritt ist bei (F), deshalb muß der Luft-Wasser-Kühler mindestens 0,5 m Abstand zur
nächsten Wand haben. Im Aufstellungsraum sollte die Umgebungstemperatur 40°C nicht überschreiten.
Wir empfehlen außerdem für Wartungsarbeiten motorseitig ca. 0,3 m und kühlerseitig ca. 0,6 m Wandabstand einzuhalten.

Die VWZ kann nur in horizontaler Einbaulage fehlerfrei betrieben werden.
Bei Aufstellung und Betrieb ist die Unfallverhütungsvorschrift »Verdichter« VBG 16 zu beachten.

5.1.2 Saugseite (siehe Datenblätter D 134 + D 137)

Saugleitung an (A) anschließen (genormter ISO-Flansch). Diese Rohrleitung sollte so kurz wie möglich sein. Ist sie länger als ca.
5 m, dann muß eine größere Nennweite als die des Pumpenflansches gewählt werden. Beim Verlegen ist darauf zu achten, daß
keine Spannungen auf die Pumpe einwirken (eventuell Federungskörper dazwischenbauen). Zum Schutz von Fest- und
Flüssigstoffen sollten entsprechende Abscheideorgane saugseitig installiert werden (Zubehör).

Feststoffe größer als 5 µm und Flüssigkeitsschwall können zur Zerstörung der Verdichterstufen führen.

5.1.3 Abluftseite (siehe Datenblätter D 134 + D 137)
Beim Einsatz eines Ölnebelabscheiders wird die Abluftleitung an (B) angeschlossen. Wird die Abluftleitung direkt angeschlossen,
muß sie grundsätzlich von der Pumpe weg mit einem Gefälle verlegt werden.
Bei einer Steigleitungs-Ausführung muß möglichst nahe an der Pumpe ein Auffangbehälter für das Kondensat (mit Entleerungs-
möglichkeit, Durchmesser von mindestens

3

/

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") installiert werden. Dabei muß unterhalb des Austrittflansches eine Überwachung

installiert sein. Dadurch wird ein Rückfließen von Kondensat in die Pumpe bei Nichtablassen verhindert.

Abluftwiderstand der Leitung darf 0,3 bar Überdruck nicht überschreiten.

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